Tagespolitik 22.10.2019 App "Mein OÖ"

Landeshauptmann Stelzer präsentierte heute gemeinsam mit Landesamtsdirektor Watzl die neue App "Mein OÖ". Ähnlich wie bei der vom Bund gelaunchten Variante "Digitales Amt", sollen Amtswege durch die Nutzung erleichtert werden.

 

Im Wesentlichen unterstützt das Angebot bei der Findung von Terminen im Bereich Verwaltung in OÖ. Zusätzlich können für Behördenwege bereits vorweg Informationen übermittelt werden. Über Online-Formulare wird der Prozess beim Amt vermutlich leicht beschleunigt. Die weiteren Features wie News sind eher Standardergänzungen.

 

Eine Frage, die sich offenkundig stellt, ist, warum die App nicht stärker mit der vor rund einem halben Jahr online gegangenen Bundesapp "Digitales Amt" verknüpft ist. Der Förderalismus scheint hier eine Bürde darzustellen. Beispielsweise gibt es aktuell noch keine Handysignatur, da diese bürokratische Hürde im Zusammenspiel mit dem entsprechenden Ministerium, noch nicht überwunden werden konnte. Der Regierungswechsel bremste die Entwicklung.

 

Bezüglich Nutzerverhalten ist man ist sich bewusst, dass der Bürger und die Bürgerin an sich alles aus einer Hand haben möchte. Für ihn bzw.sie ist es nicht wesentlich, ob es sich um einen Behördenweg im Rahmen der Gemeinde, des Bezirks, des Landes, des Bundes oder der EU handelt. Kundenorientierung würde bedeuten alle diese Aspekte in einer App abgedeckt zu haben. Hier sind den Akteuren aber offenbar die Hände gebunden. Oder müsste man hier auf bessere länderübergreifende Zusammenarbeit setzen, auch wenn es in der Abstimmung nicht immer einfach ist? Was aktuell bleibt, sind mitunter wohl hohe Ausgaben. Vermutlich wird jedes Bundesland seine eigene Lösung finden. Jedesmal fallen Entwicklungs- und Verwaltungskosten an, obwohl der Bürger und die Bürgerin eigentlich lieber eine Allround-App hätten.

 

Auf Nachfrage bisher keine Invention gibt es im Bereich der Legislative und Bürgerbeteiligung. LH Stelzer verwies auf den Landtag und die entsprechenden Ausschüsse. Verbesserungen im Bereich Petitionen könnten hier möglicherweise ein Thema werden. Konkreter wurde er aber nicht.

 

Fazit: Der Förderalismus scheint ein Hemmschuh zu sein, wenn es um an sich recht simple Angelegenheiten geht, wie der Schaffung einer gemeinsamen App - nutzerfreundlich und alle Verwaltungseinheiten miteinschließend. Man ist sich bewusst, dass sich der Kunde ein Produkt wünscht, bei dem alles einer Hand kommt. Dies sei aber nicht einfach umsetzbar. Schön wäre wohl eine App, bei der, von Gemeinde bis EU-Ebene, alles Relevante abgedeckt ist. Des Weiteren scheint es bisher keine größeren Ambitionen zu geben, über den Verwaltungsbereich hinaus auch im Bereich der Legislative die Bürger und Bürgerinnen an Board zu holen. Umsetzbar wäre das in der heutigen Zeit.

Bewusst Agieren in Politik & Wirtschaft

David Packer, BSc.

 

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